Aland Käringsund Bootshäuser

Meine 10 Reisetipps für die Åland Inseln im Sommer

Die Åland Inseln – mein wahr gewordener Kindheitstraum von Saltkråkan.

So sehr ich mein rotes Holzhaus oberhalb des Polarkreises auch liebe, mein zweites Herz schlägt für das kleine Sommerparadies zwischen Schweden und Finnland. Ähnlich wie in Lappland liegt oft nichts vor einem außer die unendliche Weite. Nirgendwo sonst fühle ich mich den Naturelementen so nahe und nirgendwo sonst kann man erkennen wie viel Kraft in ihnen steckt. Ich kann mich gar nicht sattsehen an den glatt geschliffenen Inselchen, wie sie da so aus dem Meer ragen. Mit oder ohne roten Holzhaus und jedes Mal denke ich, gleich kommen Tjorven und Bootsmann um die Ecke.

Aland Meer Sonnenuntergang

Åland ist ein Geheimtipp für alle, die Skandinavien lieben!

Allein schon die Anreise ist eine Reise wert – ganz nach dem Motto „Der Weg ist das Ziel“. Egal auf welchem Fährweg man anreist. Ob von Schweden aus oder von Finnland, die Ausblicke vom Bord der Schiffe auf die Schärenwelt sind einmalig. So wie man Finnland, das Land der tausend Seen nennt, so könnte man Åland als das Land der tausend Inseln bezeichnet. Offiziell besteht das Archipel tatsächlich aus 6700 Inseln mit Namen. Dazu kommen allerdings noch an die insgesamt 20.000 namenlose Eilande.

1. Inselhopping

Da wären wir auch schon bei meinem ersten Tipp: Inselhüpfen von einer Insel zur anderen – das ist die beste Möglichkeit, Åland zu entdecken.
Vorbei an blühende Wiesen, kleinen Badebuchten, einsamen Kiefernwälder und Dörfern mit mittelalterlichen Kirchen geht es von einem Fähranleger zum nächsten. Die Fähren von Ålandstrafiken verbinden Ålands Hauptinsel mit den Schären und der Region um Turku. Es gibt eine Nord- und eine Südroute, über die man das finnische Festland erreicht. Sowie zwei weitere Routen, die die Inseln innerhalb des Schärengartens verbindet. Die Fähren sind Åland Fortbewegungsmittel Nummer eins, das spiegelt sich auch in der Preisgestaltung wider. Wer ohne Auto unterwegs ist, reist per se schon mal kostenlos, nur Fahrzeuge sind kostenpflichtig. Wer online reserviert, fährt günstiger. Darauf verzichte ich jedoch meistens und übe mich lieber in Entschleunigung! Schließlich gehört das Warten dazu – zum Inselhopping. Viel Zeit zum In-der-Sonne-Sitzen, Lesen und Kaffeetrinken. Mehr Tipps zum Inselhopping im finnischen Schärengarten habe ich schon mal vor längerem zusammengefasst.

Aland Schären

auf der fähreAland hafenAland hafen

2. Käringsund / Fasta Åland

Mein erstes Ziel auf Åland lautet meistens Käringsund, ein idyllisches Fischerdorf im Westen der Hauptinsel Ålands, nahe dem Fähranleger für die Schiffe aus Grisslehamn, Schweden. Eingecheckt wird auf dem Campingplatz, wo ich je nach Budget mal eine einfache oder luxuriösere Campinghütte nehme. Zum Essen führt mich mein Weg auf jeden Fall immer in Richtung Gastropub Bodegan. Für mich das am schönsten gelegene Lokal der Insel! Man sitzt direkt am Wasser und von der Terrasse aus blickt man auf die Bucht von Käringsund mit all seinen alten Bootsschuppen. Idyllischer geht es einfach nicht! Die alten Bootshäuser katapultieren dich gedanklich sofort nach Saltkråkan. Kein Wunder: Teile der Reihe soll dort sogar gedreht worden sein. Aber Käringsund hat noch viel mehr zu bieten als die klassischen Bootshäuser, wie zum Beispiel Ålands Jakt & Fiskemuseum.

Aland Käringsund

Käringsund BootshäuserKäringsund RestaurantKäringsundKäringsundKäringsund3. Eckerö Post- & Zollhaus/ Fasta Åland

Auch im Westen Ålands gelegen, das alte Post- & Zollhaus. Über Eckerö führte einst der historische Postweg, der zur Zeit der Schwedenherrschaft eingerichtet wurde. Und später der russische Grenzposten Richtung Schweden war. Erhaben in gelb erstrahlt das imposante neoklassizistische Gebäudeensemble, das 1828 nach den Plänen des Architekten Carl Ludvig Engel erbaut wurde. Schon beim Betreten des Innenhofes begibt man sich gefühlt auf eine Zeitreise. Die man dann am besten im Postmuseum fortsetzen sollte. Ansonsten beherbergt heute das Gebäude Galerien und Ateliers. Und nicht zu vergessen Mercedes Chocolaterie. Die aus Venezuela stammende Gründerin kreiert exquisite Pralinen aus åländischer Sahne und aus Kakaobohnen ihrer Heimat. Unbedingt testen: Sanddorn und Brennnessel!

Aland PostamtAland PostamtAland PostamtAland PralinenAland Postamt

4. Jan Karlsgårdens Freiluftmuseum / Fasta Åland

Wer weiter auf historischen Spuren wandeln möchte, sollte sich das Freiluftmuseum Jan Karlsgårdens nicht entgehen lassen. Das Museum ist dem für Åland bedeutendem mittelalterlichen Schloss Kastelholm angeschlossen. In vielen Reiseführern wird nur das Schloss hervorgehoben. Und in der Tat ist die aus dem 14. Jh. stammende Burg die meistbesuchte Sehenswürdigkeit Ålands. Ich persönlich finde jedoch, dass man sich den Besuch der Burg sparen kann. Es lohnt sich höchstens der Aussicht wegen. Wohingegen man im Freilichtmuseum eine wunderbare Reise in die åländische Vergangenheit durch mehrere Epochen machen kann. Weitläufig fügen sich die historischen Inselgebäude, samt der für Åland typischen kleinen roten Holzwindmühlen unterhalb der Burg in die Landschaft ein und erzählen über das sicherlich oft beschwerliche Leben auf der Inselgruppe.

Freilichtmuseum AlandFreilichtmuseum AlandFreilichtmuseum AlandFreilichtmuseum AlandFreilichtmuseum AlandFreilichtmuseum AlandAland Kastelholm Slott

5. Smakbyn / Fasta Åland

Fast in Sichtweite zum Schloss liegt Smakbyn – Restaurant, Schnapsbrennerei und Designladen in einem.
Micke Björklund, der Inhaber von Smakbyn gehört wohl zu einem der schillernsten Persönlichkeiten auf der Insel. Er wurde als Koch des Jahres sowohl in Schweden als auch in Finnland ausgezeichnet. Kulinarische Raffinesse, heimische Zutaten und hervorragender Service machen ihn zum Top-Tipp und lassen den Laden tagsüber brummen! Etwas gediegener geht es dann am Abend zu, wenn im Smakbyn klassische und sehr leckere Bistro-Gerichte gegen Haute Cuisine getauscht werden.
Im Shop kann man allerhand kulinarische Köstlichkeiten oder Kunsthandwerk von lokalen Produzenten erstehen. Und natürlich auch einige Gewürze oder Backmischungen von Micke persönlich. Ich decke mich hier immer mit mehreren Kanistern Apfelsaft ein: Grannas äppel, bester Apfelsaft ever!

Aland Smakby RestaurantAland Smakby RestaurantAland Smakby DistillerieAland Smakby Shop

6. Kunsthandwerkerhaus Salt / Mariehamn

Wer auf der Suche nach Mitbringsel bei Micke noch nicht fündig geworden ist, sollte einen Blick ins Salt werfen. Es ist sowieso sinnlos, in Mariehamn nach großen Einrichtungsketten zu suchen. Da geht man lieber gleich in die lokalen Design- und Handwerksläden und sucht nach Produkten, die mit dem Archipel und der Region zu tun haben. Eine der schönsten Boutiquen ist das Salt. Dort findet man Töpferwaren, Kerzen, Seife, Flickenteppiche, Schmuck und Gestricktes. Das Salt befindet sich mitten im Seeviertel (Sjökvarteret) neben dem Osthafen. Ich würde sagen, eine der nettesten Ecken und vor allem mit den besten Fotomotiven der Stadt. Danach lohnt sich noch ein Abstecher ins Restaurant Pub Niska nebenan, zum Beispiel auf ein Plåtbröd und Geschichten von Schmuggler-Abenteuern. Aber dazu ein anderes Mal mehr!

Aland SaltAland MariehamnAland MariehamnAland SaltAland SaltAland Salt

7. Stickstugan Hantverk & Cafe / Fasta Åland

Wenn man gerade in Mariehamn ist, lohnt sich für Kaffee und Kuchen ein kleiner Abstecher in den Süden Richtung Järsö. Allein der Weg dort hin ist typisch åländisch: Wasser und Land im Wechsel – von Insel zu Insel.
Im idyllisch gelegene Sommercafé Stickstugan wird man dann von Lotta Gustafsson, zwischen Gartenhaus, Blumen, Gestricktem und urigen Sofas und Sesseln empfangen. Ich kann mich immer kaum entscheiden, wo ich Platz nehmen möchte. Bei schönem Wetter natürlich am liebsten draußen im verwunschenen Garten. Dort lässt sich einfach wunderbar in Ruhe ein Stückchen Kuchen oder åländischer Pfannkuchen genießen. Aber wie der Name schon verrät, gibt es nicht nur Fika, sondern vor allem auch Gestricktes von Lotta.

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8. Ålandspannkaka

Wo wir gerade so bei den süßen Köstlichkeiten der Inselwelt sind. Die süßeste Sünde zwischen Schweden und Finnland: Ålandspannkaka! Åländische Pfannkuchen bekommt man quasi immer und überall, egal auf welcher der wunderhübschen Eilande man sich gerade befindet. ⁠
Es handelt sich hierbei nicht um gewöhnliche Pfannkuchen. Nein, viel besser! Sondern um eine mehrere Zentimeter dicke Delikatesse aus Eiern, Grieß und Milch. Manch Insulaner nimmt anstatt Grieß lieber Milchreis oder mischt es gar. Da hat wohl jede Insel sein eigenes, seit Generationen überlieferte Geheimrezept. Was sie alle gemein haben, er wird im Ofen gebacken. Dazu reicht man Sahne viel Sahne und gerne ein Kompott aus Trockenpflaumen oder irgendeine andere Marmelade, je nach Saison. Meinen besten Ålandspannkaka habe ich letztes Jahr im Sommercafé Hamnmagasinet gegessen. Wer es nicht bis dort hinschafft, der kann ihn auch selber machen. Das Rezept für åländische Pfannkuchen findet ihr bereits auf meinem Blog.

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9. Gästhem Enigheten / Föglö

Eine ganz besondere Unterkunft ist dieses historische Gasthaus am Meer. Es befindet sich in der kleinen Inselgemeinde Föglö der südlichen Åland Inseln. Die Geschichte des Hofes Enigheten geht bis ins 16. Jahrhundert zurück. In einem der Gebäude war sogar bis 1944 das Gericht untergebracht. Und da die Leute, die damals im Streit lagen, oft eine lange Anreise hatten, gab es drumherum auch Räume zum Übernachten. Man hat also die Wahl zwischen antiken Zimmer und gemütlichen Blockhäusern. Toiletten und Duschen befinden sich allerdings in einem eigenen Servicehaus. Aber alles sauber und ordentlich! Außerdem gibt es auch ein Grillhäuschen und eine kleine Küche für alle. Falls man nicht im Restaurant essen möchte. Was ich jedoch nur empfehlen kann. Ehrliche, einfache Schärenküche! Und was man sich ebenfalls nicht entgehen lassen sollte: die Sauna! Wunderschön gelegen, mit Blick über das Meer.

Gästhem EnighetenAland Gästhem EnighetenAland Gästhem EnighetenAland Gästhem Enigheten

Aland Gästhem EnighetenAland Gästhem EnighetenAland Gästhem Enigheten10. Campingplatz Fisketorpet / Brändö

Und hier noch ein Übernachtungs-Tipp: Fisketorpet in Brändö, der östlichsten Gemeinde der Ålandinseln. Ich habe lange überlegt, ob ich diesen Herzensort mit dem World Wide Web teilen soll. Aber da er so schön abgelegen auf einem der äußeren Schären liegt. Es rundherum nichts gibt, außer Wasser und Ruhe, werden sich hier sicherlich auch nur Menschen hin verirren, die genau das schätzen!
Inmitten einer wunderschönen Schärenlandschaft liegt der Campingplatz Fisketorpet mit Platz für Zelte und Wohnmobile direkt am Wasser. Und einigen typisch skandinavischen Campinghütten mit 60er Jahre Küche, Flickenteppichen und Mückennetz vor dem Fenster. Hier lässt sich der Saltkråkan-Sommer leben! Und spätestens wenn ich auf den flach geschliffenen Felsen am Ufer liege und vor lauter Müßiggang mich nicht entscheiden kann, ob ich jetzt liebe den Abend in einer der holzbeheizte Strandsauna ausklingen lasse oder ob ich doch versuchen sollte mein Angelglück zu probieren, dann bin ich ganz bei mir und alles andere verschwindet in den Weiten des Archipels.

Aland Fisketorpet CampingAland Fisketorpet CampingAland Fisketorpet Camping

 

Es war gar nicht so einfach, die richtige Auswahl zu treffen. Und es gibt noch so viele schöne Plätze und auch Orte, die erst noch von mir entdeckt werden wollen. Eines steht auf jeden Fall fest, wer nur vorbeifährt auf dem Weg zwischen Schweden und Finnland, verpasst definitiv etwas!
Da ich nicht alle Tipps in einem Artikel unterbringen konnte, könnt ihr euch jetzt schon auf einen extra Foodguide mit kulinarischen Åland-Highlights freuen.

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Kategorien Finnland Reisetipps

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Studierte Kommunikationsdesignerin und Gründerin von MAHTAVA. Wohnt zur Zeit in München, wäre aber lieber öfters in ihrem roten Holzhaus oberhalb des Polarkreises. Liebt den Schnee, Hunde und Blaubeeren. Vorbild: Pippi Langstrumpf.

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