Die neue nordische Küche – Ein Kochbuch von Margareta Schildt-Landgren

Der Titel dieses Kochbuches verspricht ja nun einiges – ich war gespannt!

Spätestens seitdem das noma in Kopenhagen zu den besten Restaurants der Welt zählt, blickt man gerne mal in die Kochtöpfe Skandinaviens. Aber was zeichnet sie denn nun aus, die neue nordische Küche? Um dieser Frage nachgehen zu können beginnt das Buch mit dem Abdruck des Manifests der neuen nordischen Küche, das skandinavische Spitzenköche 2004 verfasst haben. Es enthält zehn Regeln. Beispielsweise Regel 1: die Reinheit, Frische, Schlichtheit und Ethik widerspiegeln, die wir mit unserer Region verbinden.

Die Food-Journalistin Margareta Schildt-Landgren hat köstliche Rezepte
aus Norwegen, Schweden, Finnland, Dänemark und Island zusammengestellt. Hier treffen regionale Lebensmittel auf traditionelle Konservierungs- und Zubereitungsmethoden, die für neue Geschmackserlebnisse sorgen. In Skandinavien liegt die Natur, aus der man sich gerne und reichlich bedient, bekanntlich meist direkt vor der Tür. Schließlich gilt in Schweden, Finnland und Norwegen das sogenannte Jedermannsrecht. Es werden Beeren, Kräuter und Pilze gesammelt. Wer im Bekanntenkreis zumindest einen Jäger hat kann sich glücklich schätzen oder man jagt eben selbst. Dem nicht genug, umgeben von Wasser können die Skandinavier auch hier aus dem Vollen schöpfen.

So erstaunt es nicht, dass auf diesen Ressourcen beruhend, die Kapitel basieren: „Wald & Wiese“, „Hof & Garten“ sowie „Salzwasser &
Süßwasser“. Ergänzt wird dieses nicht ganz so typische Kochbuch von Berichten bekannter Köche aus dem Norden oder Anleitungen zum Kräutersammeln. Leider sind nicht alle Rezepte bebildert, was ich etwas schade finde, aber die stimmungvollen Fotos von Erzeugern, Protagonisten und Produkten trösten darüber hinweg.

Um wirklich zu verstehen, was die skandinavische Küche so speziell und authentisch macht, sollte man sich einfach mal durch einige dieser Rezepte kochen. Ich verspreche, es lohnt sich! Oft sind sie geradezu banal einfach und mit nur wenigen Zutaten. Doch am Ende wartet immer wieder eine Geschmacks-Überraschung. Eben typisch nordisch!

 

 

Nachgekocht:

Gekochtes Lammfleisch mit Meerrettich
Es muss an meinen
fränkischen Wurzeln liegen, dass mir schon beim lesen dieses Rezeptes,
das Wasser im Munde zusammengelaufen ist. Die Zubereitung ist ähnlich
wie bei Krenfleisch, nur eben mit Lamm. Für manche vielleicht eine ungewöhnliche Kombi, aber für mich ein wahrer Genuss!

Karottenmuffins
Eigentlich dachte ich, es gibt schon genug Karottenmuffin-Rezepte. Aber dann habe ich sie doch mal probiert. Und ich muss sagen, es hat sich gelohnt! Die Walnüsse und der Hauch von Zimt machen sich sehr gut. Und was das Beste ist, die Muffins sind durch die Karotten sogar am nächsten Tag noch schön saftig.

Apfel-Wacholder-Heringe
Dieses Rezept kann ich inzwischen schon fast auswendig, so oft habe ich es schon zubereitet. Da die Heringe lediglich eine Nacht ziehen müssen, gibt es sie bei mir nicht nur an Weihnachten, sondern rund ums Jahr. Je nachdem welche Apfelsorte man verwendet schmecken sie mal süßer oder eher säuerlicher. Ich persönlich nehme gerne Boskop.

Hähnchenrouladen mit Speck und Blauschimmelkäsefüllung auf Wurzelgemüse
Hört sich vielleicht aufwendig an, ist es aber nicht. Denn es wird alles zusammen im Ofen gegart und ist auf den Punkt genau zur selben Zeit fertig. Das lobe ich mir, ein gut durchdachtes Rezept mit viel Geschmack und wenig Aufwand!

Die neue nordische Küche
Margareta Schildt-Landgren
AT Verlag
Gebunden, 238 Seiten
ISBN 978-3038008385
24,90 Euro

www.at-verlag.ch

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