finnische Moltebeeren

Auf der Suche nach
Lapplands Gold –
Moltebeeren

Als ich diesen Sommer gen Norden fuhr, gab es zwei Dinge, die ich in Lappland unbedingt erleben wollte: Zum einen wollte ich Rentiere in freier Wildbahn sehen und zum anderen Moltebeeren suchen und finden. Unerwarteterweise erlebte ich beides direkt an meinem Ankunftstag.

finnische Moltebeere

Die Moltebeere ist eine orangegoldene Beere, die rein äußerlich sehr an unsere Brombeere erinnert. Nicht zuletzt deswegen wird sie auch als arktische Brombeere bezeichnet. Weitere Namen sind Multbeere, Cloudberry oder Nordic Berry. Ich mag den Namen Cloudberry am liebsten, weil er so schön klingt und weil die Beeren wirklich wie kleine Wolken aussehen. Die Moltebeere wächst nur wild wodurch der Ernteertrag relativ gering ist. Dieser Umstand macht die Beere zur teuersten wild wachsenden Beere der Welt. Das merkt man auch in den Supermärkten. Ein Kilo Moltebeeren kostet etwa 10 Euro, teilweise habe ich aber auch höhere Preise gesehen. In den nordischen Ländern wird die Moltebeere regelrecht verehrt. Schaut euch zum Beispiel bei Gelegenheit mal die finnische 2-Euro-Münze genauer an, darauf ist die Blüte der Moltebeere abgebildet.

Moltebeeren sammeln

Ich hatte viel Glück und landete direkt am ersten Abend in Lappland auf einem hübschen Campingplatz (www.korvala.com) an einem See. Abends lief ich am Ufer entlang und konnte mein Glück kaum fassen, als ich im Dämmerlicht eine Moltebeere zwischen dem Grün hervorleuchten sah. Zuerst war ich mir unsicher, ob es auch wirklich eine Moltebeere sein konnte, immerhin hatte ich gelesen, dass man sie im Vergleich zu Blau- oder Preiselbeeren eher selten findet. Am nächsten Tag stand somit ein Spaziergang um den See auf dem Plan. Die Moltebeere wächst in Sumpfgebieten und ist in den Polarregionen Skandinaviens und Amerikas heimisch. Sie ist winterhart bis zu minus 40 Grad und außerdem äußerst wind- und wetterfest. Das sumpfige Seeufer war der perfekte Ort für die Moltebeere. Nach einer Runde um den See war die Brotdose voll mit den orangegoldenen Beeren, die übrigens sehr reich an den Vitaminen C und E ist. Die Beeren schmecken eher bitter-säuerlich weswegen sie meistens weiterverarbeitet werden. Ich habe sie mit Zucker und ein wenig Wasser gekocht und anschließend mit Vanillesoße zu Pfannkuchen gegessen. Sehr lecker! Spätestens ab diesem Zeitpunkt war mir klar, dass verarbeitete Moltebeeren nicht ohne Grund zu den Nationalgerichten Finnlands gehören.

Moltebeeren sammeln

Auf der weiteren Reise hielt ich immer wieder Ausschau nach Moltebeeren, fand aber lange Zeit keine mehr. Erst in der Nähe von Tromsø sah ich bei einer Wanderung einige. Sobald man die erste Moltebeere entdeckt hat, sollte man unbedingt in der näheren Umgebung sehen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sie einem erst einmal nicht auffallen, doch wenn man die erste Beere erspäht hat sieht man immer mehr. Diesmal waren sie nicht nur orangegold, sondern hatten eine leicht rötliche Färbung. Später las ich nach und erfuhr, dass diese rötliche Färbung auftritt, wenn die Beeren viel Sonne bekommen, was in den Wäldern Finnlands eher nicht der Fall ist. Doch aufpassen, sind die Beeren noch unreif sind sie leuchtend rot. Es lässt sich sehr leicht feststellen, ob die Beeren reif sind. Sind sie es, sind die Blütenhüllblätter zurück geklappt und die Beeren sind sehr weich und druckempfindlich. Daher muss man beim Pflücken sehr vorsichtig und behutsam sein. Auch aus diesem Grund kann ich euch empfehlen, die Beeren in der Natur zu suchen und selbst zu pfücken. Denn kauft man sie auf dem Markt in einer Dose oder gefroren im Supermarkt, sind die Beeren meistens schon zerfallen und etwas matschig.

Moltebeere

Meiner Meinung nach gehört die Moltebeere eindeutig zu den Dingen, die man in Lappland erleben beziehungsweise essen sollte. Selbst gesammelt schmeckt sie natürlich gleich noch besser als einfach nur im Supermarkt gekauft. Wer es nicht abwarten kann, die Moltebeere in Lappland zu verspeisen, hat auch in Deutschland zum Teil die Möglichkeit zumindest Moltebeeren-Marmelade zu erstehen. Einige IKEA-Filialen haben diese nämlich im Sortiment. Dort ist sie dann unter dem Namen „Hjorton Sylt“, der schwedischen Bezeichnung für Moltebeeren-Marmelade, zu finden. Weitere Moltebeer-Produkte findet man zum Beispiel auch online bei www.kalevalaspirit.de.

 Alle Fotos: Ve Wolff

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