Vom litauischen
Ostseestrand an die lettische Steilküste (Tag3)

Als ich am Tag 3 das erstemal die Augen aufschlage nieselt es draußen. Ich kuschle mich noch mal ins Bett und grüble über den weiteren Verlauf meiner Reise nach. Eigentlich hatte ich vor, mal eine kleine Pause einzulegen und ein wenig auf der Vilniaus Gatve mit ihren netten Läden und Restaurants zu bummeln. Aber da unerwartet Feiertag ist und die Stadt wie ausgestorben zu sein scheint, entschließe ich mich spontan für einen Abstecher an die Küste.

Mein nächstes Ziel hieß also Palanga. Seit ich dort das erstemal 1992 im Rahmen eines Schüleraustausches war, übt dieses Seebad eine seltsame Anziehungskraft auf mich aus. Ich liebe es durch die schachbrettförmig angelegten Straßen zu flanieren, mit ihrem Charme der alten Zeit, der bis heute erhalten geblieben ist, die alten Holzhäuser und baumbestandene Allen. Denn bereits im 19. Jahrhundert war Palanga ein beliebter Ferien- und Kurort, daran änderte sich auch nichts zur Sowjetzeit, die natürlich hier und da auch ihre Spuren im Stadtbild hinterlassen hat. Eigentlich kannte ich Palanga bisher nur im Herbst mit seinen netten kleine Restaurants, langen Strandspaziergängen, alles sehr beschaulich. Als ich diesesmal dort ankomme, geht es auf der langen Strandpromenade zu wie am Lido im Hochsommer. Obwohl das Autothermometer nur 18 Grad anzeigt, in der Sonne ist es warm, die Kiefernwälder duften – herrlich! Leider sind Hunde am Strand verboten, daher mache ich nur einen kurzen Abstecher dorthin. Aber es ist sowieso viel zu windig und kein Einheimischer ist direkt am Wasser zu sehen. Nein sie haben sich alle an geschützte Stellen in den Büschen versteckt und räkle sich dort in der Sonne. Das mit dem Badeoutfit lasse ich, aber ein Eis geht immer. Und nach einem schönen Hundespaziergang durch den strandnahen Kiefernwald geht es weiter die Küste entlang, nordwärts nach Lettland.

Jāni -Tag in Lettland

Es ist ein wunderbarer Jāni -Tag, die Sonne konnte sich behaupten, Ich gleite vorbei an farbenprächtigen Sommerwiesen, an Gehöften aus bunten Holzhäusern mit großen Bauerngärten und nicht zu letzt den Fahnenstangen an denen zur Feier des Tages die lettische Flagge weht.
Die Küstenregion ist ein beliebtes Ferienziel auch unter Einheimischen, man fährt an vielen Schildern, die auf Campingplätze mit Hütten oder Gästehäusern hinweisen, vorbei. Unweit von Jūrklane biegen wir bei einen dieser Schilder ab und landen im Zaku Krogs, ein Gästehaus samt Gaststätte mit rustikaler Innenausstattung und gemütliche Atmosphäre. Die Zimmer sind einfach, aber dafür günstig. Das Restaurant serviert traditionelle lettische Küche und ist am Abend gut besucht.

Vor dem Schlafengehen machen wir uns noch einmal auf zum Strand, zum Steilufer von Jūrklane. Angeblich einer der malerischsten
Ostseeabschnitte in Lettland. Und in der Tat, ein unberührter Strand mit
einem eindrucksvollen Steilufer von etwa 20 Metern erwartet uns dort. Draußen auf dem Meer sind noch zwei Kitesurfer zu sehen, ansonsten sind die Feiertagsbesucher schon weg und die Hunde genießen ihre Freiheit am schier unendlichen Strand. Als ich zurück auf den Parktplatz komme, fällt mir ein Auto mit Gestrüpp am Kotflügel auf. Naja, ich hatte zwar schon gelesen, Frauen schmücken sich mit Blumen- und Männer mit Eichenkränzen, aber Eichenlaub am Kühlergrill – sehr interessanter Jāni-Brauch! Mit diesen Eindrücken und der vielen Seeluft falle ich todmüde ins Bett.

Hier geht die Reise weiter –  Tag 4 >>>  

Tipps & Infos:

Zaķu krogs
Jūrkalne, LV-3626
Tel.: +371 26133995
E-Mail: zakukrogs@zakukrogs.lv
www.zakukrogs.wordpress.com

www.latvia.travel/de

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